Ein Projektteam aus drei Ländern besucht die Deutsche Botschaft

Am 22.03.2017 fand in der deutschen Botschaft in Taschkent ein Treffen der besonderen Art statt: Anlässlich der Auftaktveranstaltung eines dreijährigen internationalen Kooperationsprojektes zwischen usbekischen, deutschen und jordanischen Universitäten, traf eine Delegation der beteiligten Institutionen zu einem Besuch in der Deutschen Botschaft in Taschkent ein. Im Rahmen dieses Besuchs fand ein Austausch mit dem Botschafter Herrn Höfer-Wissing über das Projekt und dessen Ziele statt.

Prof. Dr. Irina Hundt und ihr Team aus der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden untersuchen gemeinsam mit Dozenten und Studenten  der  Taschkenter Russischen Plekhanov-Wirtschaftsuniversität und der Deutsch-Jordanischen Universität in Aman wirtschaftsethische Aspekte einer nachhaltigen Textilproduktion. Eine zweite Arbeitsgruppe unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Norbert Schütz von der Europa-Universität Flensburg und der Stattlichen Universität in Namangan untersuchte die Besonderheiten und Bedeutungen usbekischer Sticktechniken. Die Studenten dieser Arbeitsgruppe werden  neue gestickte Objekte entwerfen und dabei die Anforderungen einer nachhaltigen Produktion beachten. Einen höchst interessanten Abriss zur Geschichte der Susanis in den verschiedenen Regionen erhielten wir von Frau Shahlo.

Ein Projektteam aus drei Ländern besucht die Deutsche Botschaft Bild vergrößern Ein Projektteam aus drei Ländern besucht die Deutsche Botschaft (© HTW Dresden)

Kurz etwas zum Hintergrund der beiden deutschen Universitäten: Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden hat eine Vielzahl von Fakultäten und legt großen Wert auf internationale Zusammenarbeit. Die Studiengänge der Europa-Universität Flensburg fokussieren sich auf Textil- und Bildungswissenschaften.

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt gefördert und bietet eine hervorragende Basis, um sich im internationalen Kontext umfassend mit Wirtschaftsethik, sowie dem landestypischen Textilhandwerk zu beschäftigen. Während dieser ersten zweiwöchigen Studienreise standen Workshops, Analysen und Befragungen von Familienunternehmen, welche zum Teil bereits in der achten Generation geführt werden, aber auch in industriellen Textilunternehmen im Mittelpunkt. Unsere Reise führte uns in verschiedene Gegenden Usbekistans, insbesondere nach Taschkent, Buchara, Samarkand, nach Namangan und in das Fergana Tal im Osten des Landes.

Nun wird die Arbeit in verschiedenen Gruppen weiter gehen. Aus jedem Land arbeitet in den Gruppen mindestens ein Student mit, so dass eine internationale, aber auch interdisziplinäre Arbeit gewährleistet ist. Die Dozenten fungieren als Coach. Der nächste Meilenstein des Projektes wird die Erarbeitung von Fallstudien sein.

Besonderer Dank gilt an dieser Stelle Herrn Prof. Achmedov und seinem Team von der Taschkenter Russischen Plekhanov-Wirtschaftsuniversität. Die überwältigende usbekische Gastfreundschaft hat dafür gesorgt, dass wir uns von Anfang an sehr wohl gefühlt haben. Für den Großteil der involvierten deutschen Studenten war es das erste Mal, dass sie die Chance hatten die usbekische Kultur kennen zu lernen und vieles vom Land und den Menschen zu erfahren.

Ausdrücklich bedanken möchten wir uns zudem beim Botschafter Herrn Höfer-Wissing  für sein herzliches Willkommen und seine angebotene Unterstützung beim weiteren Projektverlauf.

Prof. Dr. Irina Hundt
Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden