Energiepolitische Aspekte Usbekistans

Usbekistan ist ein Land mit großem Energiepotenzial. Das Land gehört zu den energiereichen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion und spielt im Kaspischen Raum eine wachsende Rolle als Energieproduzent. Die Produktion wird in hohem Maße inländisch verbraucht. Seit 1995 ist das Land ein Energieexporteur (noch 1991 musste Usbekistan 20% seines Energiebedarfs importieren).

Wichtigster Energiebereich bleibt der Erdgassektor. Bei der Erdgasförderung liegt Usbekistan hinter Russland und Turkmenistan an 3. Stelle der GUS-Staaten. In den letzten Jahren unternimmt Usbekistan verstärkte Anstrengungen, mit Hilfe ausländischer Investitionen (vor allem aus Russland, China und Südkorea) neue Lagerstätten zu erschließen und die Produktion sowie den Gas-Export auszuweiten. Dabei bleibt Usbekistan v. a. auf das russische Pipeline-Netz angewiesen. Seit Dezember 2009 existiert allerdings auch eine transasiatische Gaspipeline von Turkmenistan über Usbekistan und Kasachstan nach China, die auch Usbekistan für Gasexporte nach China nutzt. Eine Ausweitung der Gasexporte nach China ist geplant. Gleichzeitig sollen in Usbekistan in den kommenden Jahren zusammen mit ausländischen Investoren verschiedene Anlagen zur Weiterverarbeitung von Erdgas in höherwertige Produkte gebaut werden (u. a. ein Chemiekomplex im Nordosten des Landes sowie eine Gas-to-liquids-Raffinerie in Zentralusbekistan).

Erdöl ist von deutlich geringerer Bedeutung. Die in den neunziger Jahren erreichte Selbstversorgung konnte nicht aufrecht erhalten werden. Usbekistan verfügt über größere Kohlevorkommen, deren Abbau und Nutzung allerdings aufgrund mangelnder Investitionen und wirtschaftlicher Ineffizienz bislang von begrenzter Bedeutung sind. In den kommenden Jahren sind jedoch zahlreiche Investitionen in Modernisierungs- und Ausbauprojekte geplant, durch welche die Fördermenge bis 2020 mehr als verdreifacht werden soll. Der Kohleanteil am usbekischen Energiemix ist gegenwärtig äußerst gering, soll aber in den kommenden Jahren ebenfalls signifikant gesteigert werden. Usbekistan gehört zu den „Top Ten“ der Länder mit den größten Uranvorkommen (Platz 7 bei den Vorkommen sowie bei der Produktion). Usbekistan verfügt daneben über ein großes Potenzial an erneuerbaren Energien (Sonnen-, Wind- und Wasserenergie, Biomassekraftwerke); die Entwicklung von Nutzungsmöglichkeiten ist bisher jedoch minimal.

Trotz seines relativen Energiereichtums sieht sich Usbekistan mit einer Reihe gravierender energiepolitischer Herausforderungen konfrontiert. So wurde über längere Zeit der Erkundung und Erschließung neuer Vorkommen (parallel zur intensivierten Ausbeutung der vorhandenen Lagerstätten) nicht ausreichend Aufmerksamkeit gewidmet. Zudem führte die Konzentration auf Erdgas zu einem unausgewogenen Energiemix und einer hohen Abhängigkeit der usbekischen Wirtschaft von dieser Energiequelle. Die Energieintensität der usbekischen Wirtschaft ist extrem hoch und liegt weit über dem Weltdurchschnitt (2009 wurden 1,64 US-Dollar BIP pro 1 kg Öl-Äquivalent des Energieverbrauchs erwirtschaftet; Weltdurchschnitt: 6,16 US-Dollar BIP pro 1 kg Öl-Äquivalent; Quelle: Weltbank), die Energieeffizienz ist dagegen aufgrund veralteter Infrastruktur gering. Nach einer Studie der Asian Development Bank (ADB) verfügt Usbekistan über ein Energieeinsparpotenzial von 40%.

Energiepolitische Aspekte Usbekistans

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