Bilaterale Kulturbeziehungen

Maßgeblich für die kulturelle Zusammenarbeit ist das 1993 unterzeichnete und 2002 in Kraft getretene Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Usbekistan. Mehrere deutsche Mittlerorganisationen, wie etwa das Goethe Institut, die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, die Konrad-Adenauer-Stiftung sowie der Deutsche Volkshochschulverband International in Usbekistan tätig.

Es bestehen intensive Kontakte im Hochschulbereich und im Bereich "Deutsch als Fremdsprache" (derzeit drei deutsche Lehrerinnen und Lehrer). Im Rahmen der PASCH-Initiative (Schulen: Partner der Zukunft) werden sieben Schulen und Lyzeen von der Zentralstelle für Auslandsschulwesen (ZfA) sowie dreizehn Schulen vom Goethe-Institut personell und materiell gefördert. 

Das Goethe-Institut unterhält in Taschkent und seit Oktober 2002 auch in Samarkand Deutsche Lesesäle sowie einen Informationsbestand in Fergana. Die Sprachkurse des Goethe-Instituts erfreuen sich großer Nachfrage. Weltweit steht Usbekistan nach absoluten Deutschlernerzahlen an fünfter Stelle.

Der Bildungsbereich ist gerade aufgrund der in Usbekistan durchgeführten Bildungsreform ein wichtiges Feld unserer Kooperation. Dies gilt zum einen für die Spracharbeit: Um dem Deutschen als Fremdsprache in Usbekistan auch weiterhin einen guten Platz zu sichern (derzeit steht Deutsch an zweiter Stelle der erlernten westlichen Fremdsprachen), muss das System des Deutschlernens an die neuen Bedingungen angepasst werden. Daneben leisten die Erwachsenenbildungsprojekte des Deutschen Volkshochschulverbandes und die Berufsbildungsprojekte der GTZ mit Schwerpunkten in den Bereichen Tourismus, Informationstechnologie und kaufmännische Berufe einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung von Perspektivlosigkeit und damit von Konfliktpotenzial.

Ein weiterer Schwerpunkt deutscher Kulturarbeit in Usbekistan liegt im Bereich Kulturerhalt. So hat sich das frühere deutsche Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege an der Restaurierung des Mausoleums Shadi-Mulk-Aga in der historischen Gräberstadt Shah-i-Shinda in Samarkand beteiligt. Gemeinsam mit der Fachhochschule Potsdam wurde dieses Kulturerhaltprojekt, unterstützt vom Auswärtigen Amt, im Jahr 2005 fortgeführt und abgeschlossen, ebenso wie die Arbeiten zur Erhaltung eines weiteren wichtigen Baudenkmals, des Kuppelbaus der Medresse Tilla Kari am weltberühmten Registan in Samarkand. Außerdem engagierte sich die Fachhochschule Potsdam bei der Restaurierung des Timuridenmausoleums Ischrat Khane in Samarkand. In Buchara gab es zudem ein großes DFG-finanziertes interdisziplinäres Projekt der Universität Bamberg zur Erforschung eines Teils der Bucharaer Altstadt.